Alte Kräuter aus dem Küchengarten

Viele der Kräuter, die man heute auf dem Balkon oder im eigenen kleinen Küchengarten ohne Probleme anpflanzen kann, sind nicht nur ausgezeichnet geeignet, um die tägliche Küche schmackhaft zu würzen, sondern sie haben auch ausgesprochen heilkräftige Wirkung. In Alena, Baldrian, Dachwurz, Dill und Frauenmantel, in Gänseblümchen und Gundermann finden sich sehr wirksame Alkaloide, Bausteine der Naturmedizin, die auch in vielen der industriell hergestellten Arzneien verwendet werden.

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“, so stellte schon Paracelsus fest. Die Zubereitung von Drogen aus bestimmten Heilpflanzen hat eine Tradition, die wohl so alt wie die Menschheit ist. Im Mittelalter wurden den Kräuterfräulein magische Kräfte zugeschrieben, das Christentum mit seiner Inquisition machte genadenlos Jagd auf heilkundige Frauen. Bis heute haftet Menschen, die sich intensiv mit alten Heilpflanzen beschäftigen, der Nimbus des Hexenhaften an.

Die Logik, die hinter der Verwendung natürlicher, selbstverständlich althergebrachter Heilpflanzen steht, ist nur allzu verständlich. Der Mensch ist erdverhaftet, „aus Asche bist du und zur Asche gehst du zurück.“ Pflanzen, insbesondere Heilpflanzen, die in irgendeiner Weise auf das Befinden des Menschen einwirken, unterstreichen die Verbindung, die vielen Menschen vielleicht nur unterbewusst klar ist. So entsteht, ohne dass es also den Patienten der Naturheilkunde immer so ganz offenbar ist, eine starke mentale Wirkung, alleine durch die simple Tatsache, dass die Heilstoffe natürlich gewonnen sind. Ein Urvertrauen existiert, das der Heilung sehr zuträglich ist. Diese Philosophie, die auf die viel beschworene „Ganzheitlichkeit“ der Naturheilkunde und der alternativen Medizin hinausläuft, ist auch essenzieller Bestandteil vieler fernöstlicher Heilmethoden. Heilkräuter aus dem eigenen Garten sind Bindeglied zu den Urheilkräften der Natur.

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